Was ist Avidya?

Avidya es la ignorancia fundamental en el budismo y el hinduismo.

Avidya ist ein Wort aus dem Sanskrit, das oft mit „Unwissenheit“ oder „Mangel an Wissen“ übersetzt wird. In der hinduistischen Philosophie und Spiritualität sowie in der Praxis von Yoga und Buddhismus hat dieser Begriff jedoch eine viel tiefere und komplexere Bedeutung. Avidya bezieht sich nicht auf einen Mangel an Wissen im allgemeinen Sinne, sondern auf einen Mangel an Verständnis für die wahre Natur der Realität und des Selbst.

Avidya im Hinduismus und Yoga

Im Yoga und im Hinduismus gilt Avidya als die Wurzel allen Leidens und aller inneren Konflikte. In den Yoga Sutras von Patanjali, einem der grundlegenden Texte des Yoga, wird Avidya als das erste der„Kleshas“ (Leiden) angesehen, die den Menschen daran hindern, den Zustand von„Samadhi“ oder spiritueller Erleuchtung zu erreichen. Unwissenheit bezieht sich in diesem Sinne nicht auf einen Mangel an Bildung oder Information, sondern auf die Unfähigkeit, die Dinge so zu sehen, wie sie wirklich sind. Avidya manifestiert sich als eine falsche Wahrnehmung der Realität, bei der sich der Mensch mit seinem Körper und seinem Geist identifiziert und seine wahre spirituelle Natur ignoriert.

Fünf Formen von Avidya

Avidya kann sich auf fünf verschiedene Arten manifestieren, von denen jede zu unterschiedlichen Formen des Leidens beiträgt. Die verschiedenen Formen von Avidya zu verstehen, zu entdecken und zu beseitigen ist grundlegend, um Befreiung und inneren Frieden zu erlangen.

  • Asmita: Das Ego oder das Gefühl des „Ich“. Die Identifikation mit dem physischen und mentalen Selbst und nicht mit dem spirituellen Selbst.
  • Raga: Anhaftung oder Verlangen nach angenehmen Erfahrungen und materiellen Dingen.
  • Dvesha: Die Abneigung oder Ablehnung von unangenehmen Erfahrungen oder Dingen, die wir nicht wollen.
  • Abhinivesha: Furcht vor dem Tod und Festhalten am Leben.
  • Avidya: Grundlegende Unwissenheit über die Realität und unsere wahre Natur.

Avidya im Buddhismus

Im Buddhismus wird Avidya auch als die Wurzel oder grundlegende Ursache des Leidens angesehen. Es beinhaltet das Nicht-Verstehen der Drei Merkmale des Daseins:

  • Anicca (Unbeständigkeit): alles ist vergänglich und nichts hat Bestand.
  • Dukkha (Leiden): Unzufriedenheit und Leiden sind Teil der bedingten Existenz.
  • Anatta (Nicht-Selbst): Nichts besitzt eine unveränderliche Essenz oder ein unabhängiges„Ich„.

Das Nichtverstehen dieser drei grundlegenden Eigenschaften des Daseins führt zu Anhaftung, Verlangen, Abneigung und damit zu Leiden, während es das Leiden aufrechterhält.

Das Konzept von Avidya wird in den Zwölf Nidanas eingehend erforscht, die die Kette von Ursachen und Wirkungen erklären, die zu Leiden führen. Avidya ist das erste der zwölf Glieder dieser Kette und ist die Ursache aller nachfolgenden Glieder, da es die grundlegende Unwissenheit über die Realität darstellt, die zu Leiden führt. Avidya erzeugt Willensformationen (Sankhara), die einen tiefgreifenden Einfluss auf zukünftige Handlungen haben und zu Leiden führen.

Aufgrund von Unwissenheit erschafft der Einzelne Karma, eine Handlung, die von einer Absicht abgeleitet ist und die die Fähigkeit hat, zukünftige Auswirkungen in der Kette des Leidens zu erzeugen. Unwissenheit führt dazu, dass man auf eine Art und Weise handelt, die Leiden für sich selbst und andere erzeugt, und so negatives Karma anhäuft, das zukünftige Handlungen beeinflusst und den Kreislauf des Leidens aufrechterhält. Das Verständnis von Avidya und die Überwindung von Unwissenheit ermöglichen es, das Karma zu reinigen und der Befreiung entgegenzugehen.

Um Avidya entgegenzuwirken, betont der Buddhismus die Entwicklung von Weisheit (Prajna). Diese Weisheit ist kein rein intellektuelles Verständnis, sondern ein tiefes Erfahrungsverständnis der Realität, wie sie ist. Meditation und ethische Praxis sind Mittel zur Kultivierung dieser Weisheit, die es dem Einzelnen ermöglichen, über die von Avidya geschaffenen Illusionen hinauszusehen und die wahren Eigenschaften der Existenz zu verstehen.

Das ultimative Ziel buddhistischer Praktiken ist es, Erleuchtung oder Nirvana zu erlangen, d.h. das Erlöschen aller Bindungen, die die Wesen binden, und damit die Befreiung vom Leiden. Die Überwindung von Avidya ist für diesen Weg von entscheidender Bedeutung, da Erleuchtung im Wesentlichen die vollständige Auslöschung der Unwissenheit bedeutet. Der Buddha hat durch seine Praxis und Meditation Avidya überwunden und Nirvana erlangt, und seine Lehren sollen allen Menschen helfen, diesen Zustand zu erreichen.

Wie können wir Unwissenheit überwinden?

Da jeder Mensch einzigartig ist und sich in einer anderen Lebenssituation befindet, gibt es keinen Plan oder eine Formel für die Überwindung grundlegender Unwissenheit. Aber wir werden hier einige grundlegende Richtlinien beschreiben. Die Überwindung von Avidya erfordert normalerweise eine Kombination von Methoden und Praktiken, die auf die Bedürfnisse, Fähigkeiten und Umstände des Einzelnen zugeschnitten sind. Die Kombination von Meditation, Studium, Ethik und anderen Methoden kann einen ausgewogenen Weg zur Entwirrung und Überwindung der Avidya-Unwissenheit bieten.

Es ist ein allmählicher Prozess, der kontinuierliche Praxis und Ausdauer erfordert. Es kann erforderlich sein, sich auf dem Weg zahlreichen Hindernissen und Schwierigkeiten zu stellen und diese zu überwinden. Daher sind Entschlossenheit, Geduld und Engagement für die Praxis unerlässlich.

Avidya verstehen

Avidya selbst zu verstehen ist ein sehr wichtiger Schritt, um es zu überwinden. Sich der vielfältigen Formen von Avidya bewusst zu werden und zu erkennen, wie sie sich in unserem eigenen Leben manifestieren und wirken, wie sie unsere Handlungen, Entscheidungen und Wahrnehmungen beeinflussen, ist der Schlüssel, um uns von allen Fehlwahrnehmungen zu befreien…

Meditation

Meditation ist ein grundlegendes Werkzeug zur Überwindung von Avidya. Sie ermöglicht es uns, die vergängliche, unbefriedigende und unpersönliche Natur der Realität direkt zu erfahren, und verschafft uns einen direkten Einblick, der über intellektuelles Wissen hinausgeht. Achtsamkeit bedeutet, die ständige, nicht wertende Aufmerksamkeit auf die gegenwärtige Erfahrung zu richten und direkt zu beobachten, wie sich Unbeständigkeit, Leiden und das Fehlen eines festen Selbst in jedem Moment manifestieren.

Studium der heiligen Schriften und Lehren

Das Studium der Schriften und Lehren erleuchteter Meister bietet einen Fahrplan für die Navigation auf dem spirituellen Pfad und die Überwindung von Avidya. Durch das Studium können wir ein konzeptionelles Verständnis der Lehren über die Realität, das Selbst und das Leiden erlangen, das wir dann durch unsere meditative Praxis und unser Leben direkt anwenden und erfahren können.

Lehrer und spirituelle Gemeinschaft

Eine Gemeinschaft von spirituell Praktizierenden und führenden Lehrern kann auf dem Weg zur Überwindung von Avidya unterstützend und weise sein. Lehrer können mit ihrer Erfahrung und ihrem Verständnis Anleitung geben und Missverständnisse oder falsche Praktiken korrigieren. Die spirituelle Gemeinschaft bietet ein unterstützendes Umfeld, in dem Praktizierende Erfahrungen austauschen, voneinander lernen und gemeinsam auf ihrem Weg wachsen können.

Ethik praktizieren

Ein ethisches und moralisches Leben nach Prinzipien wie Gewaltlosigkeit, Wahrheit und Großzügigkeit ist ebenfalls von grundlegender Bedeutung auf dem Weg zur Überwindung von Avidya. Indem wir unser Handeln auf ethische Prinzipien gründen, beginnen wir, Verhaltensgewohnheiten zu durchbrechen, die aus Avidya entstehen, und schaffen günstigere Bedingungen für die Entwicklung von Weisheit und Verständnis.

Die Entwicklung von Weisheit (Prajna)

Im Buddhismus ist Prajna oder Weisheit wesentlich, um die Wurzeln der Unwissenheit zu durchtrennen. Durch die Praxis der Meditation, des Studiums und der Ethik können Praktizierende ein tieferes Verständnis der Lehren entwickeln und die Realität der Unbeständigkeit, des Leidens und der Nicht-Ichheit direkt erfahren und so die Ketten der Unwissenheit durchbrechen.

Reflexion und Verdichtung

Ständiges Nachdenken über die Natur der Existenz, des Leidens und die Realität des Selbst kann dazu beitragen, die durch Meditation und Studium gewonnenen Erkenntnisse zu erden, so dass sie tiefer in unser Verständnis und unsere Erfahrung integriert werden können.

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